Offener Brief an MP Bouffier von Prof. Horst Thomas

PROF. DIPL.-ING. HORST THOMAS
ARCHITEKT, STADTPLANER, DENKMALPFLEGER

 

An den hessischen Ministerpräsidenten
Volker Bouffier
Hessische Staatskanzlei
Georg-August-Zinn-Str. 1
65183 Wiesbaden

Offener Brief über unerträglichen Fluglärm und die menschenverachtende Ausbau-politik der schwarz-gelben Landesregierungen

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Bouffier,

in den fast 1.200 Jahren seit seiner Ersterwähnung hat Flörsheim zahlreiche schreckliche Heimsuchungen erleben müssen. Der Ort hat sich jedoch immer wieder davon erholen können – auch von der Pestepidemie, die 1666 ihren Höhepunkt hatte und deren Ende noch heute als „Verlobter Tag“ in der Stadt gefeiert wird.

An der neuesten Heimsuchung waren und sind Sie und Ihre beiden schwarz-gelben Regierungen maßgeblich beteiligt. Natürlich wurde ein Flughafenausbau auch bereits von der sozialdemokratisch geführten Regierung davor verfolgt, aber Ihre Regierungen sind dafür verantwortlich, dass die jüngste Heimsuchung der Stadt brutalstmöglich ausgefallen ist.

Auch jetzt, da die Inbetriebnahme der neuen Landebahn Nordwest große Teile der Bevölkerung traumatisiert hat, weil kaum jemand mit solch brutalen Auswirkungen Ihres Vorgehens gegen beträchtliche Teile des zentralen Rhein-Main-Gebiets gerechnet hat, verfolgt Ihre Regierung – und da unterscheiden Sie sich von den Oppositionsparteien im Landtag – auch noch das gerichtlich eingeforderte und vorläufig verhängte Nachtflugverbot zu kippen, indem Sie Ihren Minister Posch gegen das Nachtflugverbot klagen lassen. Ihre Beteuerungen, Sie bräuchten Rechtssicherheit sind dabei übliche Vernebelungen. Wenn der politische Wille zu einem – wenigstens minimalen – Ausgleich zwischen Wirtschaftsinteressen und dem Schutz der betroffenen Bevölkerung vorhanden wäre, könnte man die planerischen Vorgaben durch Gesetze und entsprechende Ausweisungen der Landesplanung schaffen.Das wollten und wollen Sie aber nicht.

Gibt es eine moralische Rechtfertigung für solches Handeln? – Arbeitsplätze und Jobmaschine klingt es seit Jahren gebetsmühlenhaft. Wie viele qualifizierte und auch mindere Arbeitsplätze übrig bleiben, wenn Fraport neue Synergien zur Verschlankung des Personalbestands genutzt hat, wird sich deshalb nicht zeigen, weil eine Reihe von anderen Faktoren auf die Anzahl der Jobs einwirkt. Deshalb glauben Sie, ungestraft behaupten zu können, was Ihnen in den Kram passt, da es ja nicht nachprüfbar sein wird. Es ist bei solchen Versprechungen in der Vergangenheit auch jedes Mal weniger am Ende herausgekommen als vorher behauptet. Das ist Ihnen aber egal, die bloße Behauptung reicht Ihnen schon – Propaganda nennt man das.

Versprechungen waren es auch, die die Regierung Koch – und Sie waren an dieser beteiligt – gegeben hat: Ausbau gegen Nachtflugverbot. Das Versprechen hielt nur so lange, bis das Parlament den Ausbau beschlossen hatte, dann wurde das Versprechen auf der anderen Seite der Waagschale einfach kassiert/ zurückgenommen/ besser: gebrochen. Roland Koch, Sie, Ihr Minister Posch und andere spielen uns seit Jahren ein Spiel von Tricksereien und Rosstäuschungen vor, wie es der schwarz-gelben Regierung in dieser Qualität vorbehalten blieb: Politik als schmutziges Geschäft.

Die simple Formel Arbeitsplätze für viele – Sonderopfer für eine Minderheit ist schon schlimm genug, insbesondere, wenn die geschädigte Minderheit auf dem wirtschaftlichen Schaden sitzen bleibt, weil auch bei Schadensersatzregelungen getrickst wird (z.B. niedrige Ankaufbeträge beim Casa-Programm, die den neuen Fluglärm bereits berücksichtigen). Dabei wollen Sie ja gar nicht alle materiellen Schäden ausgleichen, weil wesenliche Teile gar nicht anerkannt werden, obwohl sie bestehen.

Aber sprechen Sie mit Ärzten und kirchlichen Seelsorgern im betroffenen Gebiet. Sie werden von Menschen hören, die nervlich am Ende sind, von Leuten, die laut schluchzend Rotz und Wasser heulen, weil sie nicht wissen, wie es für sie weiter gehen kann. Die nicht die Mittel haben, die Lärmzone – Flörsheim – zu verlassen, obwohl sie es nicht mehr aushalten. Andere leben ausschließlich von zwei Mietwohnungen in ihrem Haus und haben kein weiteres Einkommen. Sie bangen um den Verbleib ihrer Mieter, die es aber auch nicht mehr aushalten können. Wer soll hier noch Miete zahlen? – Verzweiflung.

Wirtschaftliche Not ist aber noch nicht das größte Problem, das Sie mit Ihrer menschen-verachtenden Ausbaupolitik verursachen. Was ist mit der Gesundheit derjenigen, die dem unerträglichen Krach und den gesundheitsschädlichen Schadstoffen ausgesetzt sind? – Natürlich macht Fluglärm krank! Das wissen Sie natürlich auch, wollen es aber lieber nicht so genau wissen. Die groß angelegte Untersuchung des Epidemiologen Prof. Dr. Greiser im Umfeld eines anderen deutschen Flughafens kennen Sie natürlich. Warum sperrten Sie sich dagegen, eine solche Untersuchung auch für die Umgebung des Frankfurter Flughafens durchführen zu lassen? – Stattdessen vernebeln Sie und Fraport durch Untersuchungen, bei denen wesentliche Fragestellungen so gestellt sind, dass das gewünschte Ergebnis heraus kommt: die Unschädlichkeit des Lebens im Lärm- und Schadstoffbereich – könnte in der vorhandenen Dosis ja auch „Dünger“ sein.
Sie wollen das Ergebnis einer seriösen Untersuchung jedenfalls nicht auf dem Tisch haben. Was hätten Sie auch gemacht, wenn – wie in Köln/Bonn – die Häufigkeit von Herz/Kreislauferkrankungen und Brustkrebs bei Frauen usw. als wesentlich höher nachgewiesen worden wäre? – Dann lieber offiziell nicht wissen, damit man Wissen bestreiten und weiter Fakten beim Ausbau schaffen kann.

„Arbeitsplätze für Viele und Sonderopfer für eine Minderheit“ heißt in Wirklichkeit: „Arbeitsplätze gegen Gesundheit“ – wohlgemerkt für jeweils unterschiedliche Gruppen. Dabei ist es ethisch unerheblich, dass die Minderheit „nur“ 40, 30 oder 20 Td. Opfer oder auch wesentlich weniger ausmacht, während von den wirtschaftlichen Vorteilen fast das ganze Land profitieren soll. Es handelt sich um Menschenopfer, die Sie darbringen und Menschenopfer sind unmoralisch – gleichgültig in welcher Quantität.

Ich weiß, dass der Flughafenausbau von einer Mehrheit der Parlamentarier beschlossen worden ist. Keiner der Befürworter, auch kein Mitglied der Regierung hat sich vor Ort bei uns kundig gemacht, hatte den Mut, den Einladungen nach Flörsheim und Raunheim zu folgen, bei denen der Krach aus der Luft und unsere Prognosen an Beispielen demons-triert worden sind. Man wollte das nicht hören, weil man längst wusste, was man wollte: den Flughafen ausbauen – um jeden Preis. Und anhören wollten Sie sich das auch deshalb nicht, weil Sie dann hätten zugeben müssen, dass diese Belastung unerträglich ist.

Bei Gericht ist man ähnlich mit den Betroffenen umgegangen. Fällt Ihnen ein nachvollziehbares Argument ein, weshalb die Flörsheimer Seite – Stadt oder betroffene Privatpersonen – ihre Argumente vor Gericht nicht vortragen durften? – „Schon x-mal von anderen Betroffenen gehört“ – von wem?; „Nicht genug betroffen??“ – im Ernst?. Alles nicht gut genug als Ausrede: also bitte weitersuchen oder das Ganze ohne ernsthafte Begründung stehen lassen, wie es geschehen ist. Die Justiz im Dienste der Exekutive; so war das mit der Gewaltenteilung nicht gemeint. Von dankbaren Abhängigkeiten schrieb ein Journalist einer Frankfurter Zeitung in seinem Kommentar.
Nicht Ihr Problem? – Stimmt zum Teil, jedenfalls Ihr Stil zu tricksen.

Fast 1.200 Jahre lang bestand Flörsheim bislang alle Heimsuchungen. Von der letzten wird sich die Stadt nicht mehr erholen – es sei denn, ein Wunder geschieht. Teile der Bevölkerung – wer es sich leisten kann – werden die Stadt verlassen. Es sind die Beweglichsten und die Leistungsträger, die eine Stadt braucht. In die in ihrem Wert verfallenen Häuser und Mietwohnungen werden Solche nachrücken, die sich nichts anderes leisten können oder die ein Schnäppchen machen wollen und die die Widrigkeiten dafür in Kauf nehmen – vielleicht auch nur auf Zeit.

Die Sozialstruktur wird sich binnen weniger Jahre deutlich verändern und dann werden weitere wegziehen, weil diese Veränderung einen weiteren Grund darstellt. Der Niedergang beginnt und er hat schon begonnen.

Flörsheim ist am meisten betroffen. Aber auch Eddersheim, Hochheim, Wicker, auf der anderen Flughafenseite Frankfurter Stadtteile gehören zu den Hauptgeschädigten. Und dann können Sie die Region ausweiten und nochweiter ausweiten – Klagen über Klagen. Schade, dass die Rheinland-Pfälzer Ihnen bei der Wahl nicht Ihre Stimme verweigern können!

Sie alle sollen nach Ihrem Willen Opfer bringen für behauptete Arbeitsplätze, für Steuer-einnahmen nach Hessen, von denen ein Teil über den Länderfinanzausgleich gleich wieder abfließen wird. Hätte man nicht anderen Bundesländern auch einen Teil des Geschäfts überlassen können, bei denen die Belastungen leichter unterbringbar gewesen wären und hätte man dadurch nicht sowohl die Belastungen wie auch die Einnahmen besser und gerechter verteilen können? – Sie wollten das natürlich nicht. Für mich ist das der Beweis, dass es Kirchturmdenken nicht nur in der Kommunalpolitik gibt.

In einem im Zorn über die vom Land Hessen auf uns gebrachte Apokalypse habe ich ein Pamphlet verfasst und verbreitet mit der fett gedruckten Zeile „Hessen ist Scheiße“. Ich habe dem hinzugefügt, dass ich mich nicht mehr mit diesem Bundesland (meinem Geburtsland) identifizieren kann und mich für Ziele des Landes und des Gemeinwohls in diesem nicht mehr engagieren werde. Außerdem, dass ich von einem Besuch und der Inanspruchnahme hessischer Einrichtungen abrate, natürlich auch von der des Frankfurter Flughafens.

Bei diesem „Versprechen“ bleibe ich. Und ich warte auf das Ende der menschenverachtenden Politik, wie sie von Ihrer Regierung und den sie tragenden Parteien vertreten wird.

Hochachtungsvoll
Professor Horst Thomas

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43 Antworten zu Offener Brief an MP Bouffier von Prof. Horst Thomas

  1. Judith Sachs sagt:

    Dieser Brief bringt es auf den Punkt! Es ist der reine Albtraum, der über uns hereingebrochen ist.

    Herzliche Grüße,

    Judith Sachs

    • Dipl. Betrw. R.Weiß sagt:

      Als Unternehmer mit etwa 70 Mitarbeitern und ca. 20 Mio Umsatz gehöre ich eher zum Kreise der konservativen Wähler. Da es scheint, dass in Hessen mit Rolang Koch Menschenrechte mit zweierlei Maß gemessen werden, ist meine bisherige Wahlpraxis in Hessen Geschichte. Auch das werde ich in Unternehmerkreisen vertreten und verbreiten. Es wird Zeit, dass wir an unsere Kunden vor Ort denken und die Region von der wir leben schützen.

      • Julia H. sagt:

        Lieber Herr Weiß,

        ähnlich wie Sie, sah ich es bislang auch. Auch meine Leidensgrenze ist deutlich! überschritten. War ich bis vor einiger Zeit der konservativen Seite durchaus zugeneigt, habe ich für die kommenden Wahlen die Konsequenz aus dieser menschenverachtenden Politik gezogen und meine Entscheidung getroffen. Auch ich werde dieses laut und deutlich in Unternehmerkreisen propagieren. Es ist nie zu spät. Schützen wir unsere Region vor diesen Seelenverkäufern. Die nächste Wahl findet am 11. März 2012 in Frankfurt statt.

  2. Sven Müller sagt:

    ein sehr eindringlicher Brief. Ich bin sehr betroffen. Ich habe die letzte Zeit – als ich mir den Kopf über unsere eigene verfahrene Situation in der Mainzer Oberstadt (Lärmpeaks von über 70 db) den Kopf zerbrochen habe – sehr oft an die Flörsheimer gedacht. Mir wird schlecht, wenn ich daran denke, wie Ihr Euch fühlen müsst. Lasst uns zusammen versuchen, etwas zu erreichen, in der Mainzer Oberstadt hat sich jetzt auch eine Initiative gegründet, die Partner und Mitstreiter sucht; http://www.fluglaerm-mainz-oberstadt.de/

  3. Wunderbar auf den Punkt gebracht! Herzlichen Dank. Ich bin zwar nicht in Flörsheim. Jedoch gleichen sich die Zustände hier in Rheinhessen allmählich an die früheren Zustände in Flörsheim an. Es wird immer schlimmer mit dem Lärm. Es muss endlich aufhören! Stoppt das unaufhörliche Wachstum dieser Riesenkrake Fraport.

  4. Karl F. Demmerle sagt:

    Herr Thomas, meine Familie und ich „leiden“ mit Ihnen. In Rheinhessen sind weite Gebiete seit der Umstellung der Flugrouten im Frühjahr und zusätzlich durch die neue Landebahn erheblichen Belastungen durch den Flugärm ausgesetzt. Mit den Zuständen in Flörsheim sind diese allerdings nicht zu vergleichen. Dennoch müssen für sämtliche Flughafen Anrainer alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden die hessische Landesregierung, sowie FRAPORT und die dazugehörende Lobby von Ihrem Irrweg abzubringen und zu einer Verbesserung der Situation führen.

  5. Sandra Mikolasch sagt:

    Vielen Dank Herr Professor Thomas ! Sie haben es auf den Punkt gebracht und sprechen den Betroffenen aus der Seele. Meine Familie gehört auch zu den „Sonderopfern“.

    Mit freundlichen Grüßen
    Sandra Mikolasch

  6. Lothar Hirtes, sagt:

    Politik und Luftverkehrswirtschaft belügen und betrügen uns. Wir müssen Miitglieder werben, stark werden und uns bis zum Europäischen Gerichtshof durchklagen. Denn nur von dort kann der Zwang gegen mächtige Fraport-Lobby und damit Verbesserungen kommen.

    • bernd mey sagt:

      bin dabei!
      wir leben in sachsenhausen-süd. exakt unter der neuen anflugroute im bereich 65db und mehr. die flugzeuge fliegen in 500m über unser haus. wir können hier nicht mehr weiterleben und werden wegziehen müssen.
      wie können wir eine klägergemeinschaft am effektivsten aufziehen?
      wer weiss einen guten anwalt der evtl. selbst betroffen ist und uns unterstützt?

  7. Ellen Blum sagt:

    Kompliment !
    Treffender hätte man es kaum darstellen können !
    Was da unten in Flörsheim abgeht, ist schlichtweg die Hölle !!!
    Herzlichen Dank
    Ellen Blum /Flörsheim-Wicker

  8. Katharina Löffler sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Thomas,
    ich danke Ihnen von Herzen für Ihren Brief. Sie sprechen mir und meiner Familie aus der Seele. Die Lärmbelastung in Hohheim und Flörsheim ist unerträglich geworden und es ist schwer nicht den Mut zu verlieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    K. Löffler

  9. Karin Kern sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Thomas,

    ich schließe mich Frau Löffler an. Der Lärm ist einfach unerträglich. Viele Bürger wollen wegziehen. Flörsheim wird nicht mehr das sein was es einmal war. Vielleicht geschieht doch noch ein Wunder. Ich gebe die Hoffnung nicht auf.

    Mit freundlichen Grüßen

    Karin Kern

  10. Bo Bauer sagt:

    Lieber Herr Thomas ,
    ich danke Ihnen , daß Sie sich die Mühe gemacht haben , diesen Brief, der mir aus dem Herzen spricht , zu schreiben .
    Bo Bauer

  11. W.Ohlenforst sagt:

    Liebe Leser
    Mit großer Verwunderung habe ich den Brief von Herrn Professor Thomas und die Reaktionen auf diesen Brief gelesen.
    Ich selbst, wohnhaft in NRW, bekomme zwar von den Lärmproblemen nichts mit, wundere mich aber, warum dieses Problem erst jetzt so öffentlich angeklagt wird.
    Im Vergleich zu Stuttgard 21 wurde dieses Problem wohl nur Regional behandelt.
    Das fast alle Politiker ,egal ob auf Komunal , Regional , Landes oder Bundesebene, Lügner sind und in eigener Sache wirtschaften, müsste doch schon länger bekannt sein , wie die Pest im Jahre 1666.
    Ich kann nicht nachvollziehen , wie sich die Bürger aus Flörsheim und Umgebung so kompromissbereit ergeben konnten.
    Ich erinnere gerne in den 70 er an die Demonsrtationen gegen die Startbahn West.Ist die deutsche Bevölkerung so blauäugig geworden, um den ganzen versprochenen Quatsch zu glauben oder ist die Nächstenliebe in Flörsheim nur noch auf sich selbst beschränkt. Dann sollten die Flörsheimer sich bitte nicht wundern, wenn sie von Politiker aus eigenen Reihe nur belogen und betrogen werden.
    Mensch Leute , werdet mal wach. Selbst jetzt versuchen Eure Politiker noch , aus Eurer Misere Kapital zu schlagen.
    Setzt Euch zusammen,(ohne Politiker), reagiert.
    Selbst in unterentwickelten Ländern und den ganzen afrikanischen Staaten macht die Bevölkerung Euch vor, wie es geht.
    Denkt mal an Eure Zukunft und an Eure Kinder und wartet nicht wie bislang , dass Euer Nachbar sich bewegt und Ihr Euch nur mit dessen Ruhm bekleckern müsst.Flörsheim ist eine sehr schöne Stadt und es wäre Schade , daß diese
    in wenigen Jahren als Deutschlands größte Geisterstadt zu bewundern wäre.Also liebe Flörsheimer, jetzt ist es wohl an der Zeit , etwas zu ändern.
    Spätestens bei den nächsten Wahlen , egal ob Komunal oder Landeswahlen , dürfte KEINER von diesen HOLZKÖPFEN und SCHMIERFINKEN dort oben sitzen.
    Nur Mut !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Liebe Grüße nach Flöhrshein und Umgebung.
    W.Ohlenforst

  12. Martina Focheux sagt:

    Dieser offene Brief spricht allen Flörsheimern aus dem tiefsten Herzen. Es ist nicht in Worte zu fassen, wie bedrückt die Flörsheimer sind und selbst die fröhlichsten Menschen aus dem Freundeskreis plötzlich anfangen zu weinen, Panik bekommen oder nur täglich fragen gen Himmel staunen, wenn wieder ein Flieger über das Dach donner. Ich habe mit Vielem gerechnet, aber die momentane Situation übersteigt bei Weitem das, was ich mir je hätte vorstellen können. Einen durchschnittlichen Lärmpegel von 85 db laut Messstation (laut Frapport eine akkustische Täuschung) und eine minütliche Frequenz ist schlicht unmenschlich. Auch ist es kaum möglich tagsüber berufliche Leistung zu erbringen wenn bis abends um 23 h die Flieger brummen und man morgens um 5 von dem selben Getöse wieder geweckt wird.

    An die verantwortlichen Politiker: schähmt Euch!!!

    Martina Focheux, Flörsheim

  13. Sylvia Simon sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Thomas,
    Sie sprechen uns aus der Seele. Hier wird gerade unsere Heimat „kaputtgelärmt“ und es interessiert keinen der Verantwortlichen. Wir werdenn alle krank, verlieren unsere Altersvorsorge, unsere Freunde und die sozialen Kontakte weil jeder, der kann, versucht, diesem Horror zu entkommen. Es ist zum Heulen!
    Herr Ohlenhorst hat meiner Meinung nach Recht; unser Protest darf nicht länger still sein – jeder muss hören und sehen, was mit uns für ein übles Spiel getrieben wird.
    Viele Grüße aus meiner und unserer einstmals schönen Heimatstadt Flörsheim
    Sylvia Simon

  14. Sehr geehrter Herr Prof. Thomas, in den vorhergehenden Kommentaren wurde bereits alles gesagt.

    Ich kann nur noch schreiben: Herzlichen Dank für diesen Brief.

    P.S. Auch die Pest, die nun politisch über uns hereinkommt, konnte und wird am Ende nicht siegen.

  15. Sehr geehrter Herr Prof. Thomas, in den vorhergehenden Kommentaren wurde bereits alles gesagt, so dass mir nur zu schreiben bleibt:
    Herzlichen Dank für diesen Brief.

    Hochachtungsvoll
    Thomas Probst

  16. Schramm Heiko sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Thomas,

    leider leider hat in unserem schönen Deutschland die Profitgier Einzug gehalten.
    Menschen haben keine Lobby mehr, nur das Streben nach mehr Umsatz und Gewinn.
    Sie haben natürlich recht das die, die es sich finanziell leisten können einfach wegziehen.
    Aber in dieser glücklichen Lage sind die meisten hier in der Südstadt in Hochheim nicht, was einfach bedeutet: Kämpfen für eine Änderung der Anflugroute und ein generelles Nachtflugverbot. Die kompletten BI´s sollten sich zu einer zusammenschließen und gegen diesen unmenschlichen Lärm vorgehen, zur Not auch wie in Stuttgard 21, mit massiven Demos.
    Gruß aus Hochheim

  17. Martin H. Sprute sagt:

    Dieser Brief beklagt einen Umstand, den man hat kommen sehen müssen. Unterschriftenaktionen und Demos sind nach dem Abschluss eines Planfeststellungsverfahrens ungeeignete Mittel gegen das Kapital und seine Strohmänner, sprich Entscheidungsträger in Politik und Justiz. Eine Verringering des Fluglärms halte ich jetzt nur noch für möglich, wenn die Begleitkosten die Fraport „freiwillig“ dazu zwingen. Ich habe folgende Ansätze:
    – Besteuerung von Kerosin (teurere Flüge = weniger Passagiere/Fracht)
    – monatliches Schmerzensgeld für Lärmopfer (Lärm ist Körperverletzung)
    – Ankaufpflicht der Fraport für unsere Häuser (der Verursacher einer Unbewohnbarkeit ist haftbar zu machen, egal ob durch eine Staudammflutung oder durch Dauerlärm)
    Wie schaffen wir das ? Alle BIs zusammenschliessen, Parteien unterwandern, besser wählen. Aber vor allem brauchen wir Ärzte und Anwälte, die integer sind, uns unterstützen und sich was trauen. Und wir müssen Sympatisanten ausserhalb der Rhein-Main-Area finden. Das Thema darf nicht regional bleiben, da sonst bei der nächsten Landtagswahl unser Votum im wahrsten Sinne des Wortes kleingerechnet wird.
    Wir werden nichts ändern, wenn wir heute mit den Methoden von gestern unsere Zukunft gestalten wollen.

    Martin H. Sprute
    Flörsheim-Wicker

    • Hallo, wir sind das Volk, aber nur wenn wir den Arsch hochkriegen,
      also fangen wir an, beim Atom haben wir es geschafft, es wurde lange gekämpft, wir wurden als Spinner beschimpft und haben uns nicht entmutigen lassen. Ich wohne in Sossenheim, leide nicht so viel wie anderswo, aber seit die neuen Landebahnen in Betrieb sind wird der Lärm der A66
      vom Dauergedröhne der startenden Maschinen weit übertroffen. Ich bin ein Kriegskind, solch ein gedröhne erinnert mich an 1945 meine Mutter sagte dann, die Front kommt näher, lasst uns abhauen. Wir müssen uns vernetzen
      und Widerstand leisten. Schauen Sie mal bei Occupy Frankfurt vorbei dort können Sie vielleich lernen wie man einen gewaltlosen Widerstand organisiert. Bei Euren Demos bin ich jedenfalls dabei.
      Ihr G. Krause

  18. C. Weilbächer sagt:

    Exzellent geschrieben und in allem auf den Punkt gebracht. Besser geht’s nicht. Ich kann mich, auch wenn wir in Hofheim wohnen, jedem Punkt nur anschließen.

    Als sich kürzlich Herr R. Flick (Winzer ) bei der Verleihung eines Preises kritisch bei der Umweltministerin Lucia Puttrich über den Fluglärm äußerste, hatte der ängstliche Vorsitzende des Hessischen Weinbauverbandes nichts besseres zu tun, als vom falschen „Kontext“ zu reden und sich „von dem Vorgang etwas distanzieren“. Was mich veranlasste, diesem Vorsitzen sofort zu schreiben, um ihm mitzuteilen, wer die Kunden sind. Er solle sich einmal in eines der Weingüter in Hochheim setzen, um die Haarfarbe jedes Flugkapitäns zu erkennen. Auf dem Hochheimer Markt musste man die Luft anhalten, weil man dachte, die Flugzeuge flögen in das Riesenrad.

    Man stelle sich vor, der Rheingau würde für eine Saison von Gästen gemieden und alle führen in den Odenwald. Sicher würde sich der Verbandsvorsitzende dann trauen, auch im „falschen“ Kontext den Mund auf zumachen. Wie überhaupt das Thema „Mund aufmachen“ eine größere Rolle spielen sollte. Herr Thomas hat das in vorbildlicher Weise getan.

    Ich denke immer an die von mir sehr geschätzte Schauspielerin, Regisseurin und Theaterleiterin Ida Ehre, die in einem Interview sagte: „Tut mir einen Gefallen und mischt euch ein“. Das tun wir hiermit.

    Herzliche Grüße aus Hofheim

  19. Renate Werner - Weitzel sagt:

    Ich schließe mich den Kommentaren gerne an, es kann nicht sein, dass wir zu Menschen zweiter Klasse werden. Was ist denn teurer,100000sende von Menschen die nachts nicht schlafen können und am nächsten Tag nicht regeneriert am Arbeitsplatz erscheinen und krank werden oder 40000 Arbeitslose?.Die Politiker die mit diesen Entscheidungen leben, wissen das 100000tausende von Menschen nicht in Ruhe schlafen können,haben diese sich den Spiegel zu Hause zugehängt, oder sind sie so abgebrüht, brutal, rücksichtslos und ohne Rückgrat das sie sich im Spiegel begegnen können und sich noch unter die Menschen trauen. Mit welchem Recht, tritt man auf der Würde der Menschen herum, behandelt sie wie Unmündige und Minderwertige oder sogar Unterwürfige? Wer spricht da von Opfer bringen? Derjenige kann gerne in die Region ziehen und sein Opfer bringen, aber wir sind nicht bereit.

  20. Christian Vogt sagt:

    Am Freitag, den 16.12. um 20.00 Uhr kommt Herr Bouffier in eine Sondersitzung der Rüsselsheimer Stadtverordnetenversammlung. Ich bin schwer dafür, ihn dort mit dem zu konfrontieren, was die Lärmgeplagten vom Ausbau halten.

  21. H. Joachim Koschnitzki sagt:

    Diesen Brief kann ich und meine Familie mit unterschreiben! Bei Ostwind kann man im 2 Minutentakt von morgrns 5.00 Uhr bis in die Nacht 23.00 Uhr einen Lärmterror erleben, der menschenverachtender nicht mehr sein kann.
    Aber zu der Arbeitsplatzbehauptung der Fraport und der Landesregierung sei einmal die Frage gestellt, wiviel Arbeitsplätze bzw Existenzen werden durch diesen Monsterfughafen denn vernichtet?! Was ist mit dem Fremdenverkehr in unserem schönen Rheingau (Hochheim u. Flörsheim)? Wer möchte denn hier noch übernachten, wenn er nur noch 5 Std. schlafen kann? Was wird dann aus den Hotels und ihren Arbeitsplätzen? In Hochheim/Main gibt es sehr guten und qualtativ hochwertigen Wein – heißt es demnächst „Ach, das ist der Hochheimer Riesling, Lage-Fraport-Einflugsschneise, mit einenm leichten Kerosinaroma und Hydrauliköl-Bukett!?
    Wo wird hier an die Winzer und ihre Mitarbeiter gedacht?! Was machen DIE aus unserer Heimat?! Wer die gewählt hat oder in Zukunft wählt muss irre sei.

  22. Bettina Nolten sagt:

    Unsere uneingeschränkte Zustimmung haben Sie, Herr Prof. Thomas! Was haben wir eigentlich getan, dass die Politik und die Unternehmen mit Lug und Trug ihre gemeinsamen Interessen gegen die Bevölkerung ungestraft durchsetzen können? Warum können die gleichen Politiker, die einen Eid auf die Verfassung leisten im Aufsichtsrat eines nach Profit strebenden Unternehmens sitzen, das die Bevölkerungsinteressen mit Füßen tritt? Wie kann es sein, dass all das mit den immer gleichen Plattitüden begründet werden kann? Wie kann es sein, dass eine Interessengemeinschaft von Unternehmen mit ganzseitigen Anzeigen fordert „Die Fracht braucht die Nacht“? — Nein! Der Mensch braucht die Nacht! Und die besteht besonders für unsere Kinder nicht aus 6 Stunden! Lasst uns kämpfen!

  23. Heike Herma sagt:

    Sehr geehrter Herr Prof. Thomas,
    herzlichen Dank. Sie haben es genau auf den Punkt getroffen.
    Ich kann alle nur Bitten!!! Egal ob Flörsheim,Hochheim, Raunheim e.c. t. kommt am
    21. November zu uns nach Flörsheim. An diesem Tag wird unser lieber Herr Bouffier uns die Ehre erweisen und ein Lesetag in der Kita St. Michael vortragen. Das wäre die beste Gelegenheit diesem Herrn ( auf Deutsch gesagt), bitte entschuldigt diesen Ausdruck, den Arsch auf zu reissen. Wie lange wollen wir noch so „RUHIG “ bleiben.
    Es reicht. Warum geht es in Stuttgart und in Flörsheim und Nachbarschaft nicht!!!!!!
    Herzlichst
    Heike Herma aus Flörsheim

  24. Benno Mayer sagt:

    Seit Jahren vom Fluglärm im Frankfurter Stadtteil Niederrad geschädigt, ob nachts ob am Tag im Freien, nicht nur in Gärten und Parks, auch in der Lärmhölle im Frankfurter Stadtwald, ist die jetzige Situation nicht anders zu beschreiben: die Bewohner dieser Region werden zu Lärmsklaven degradiert, dem Fluglärmdikat unterjocht.
    Gestern fand eine Bürgerversammlung mit weit über 400 Menschen statt. Ein Nachtflugverbot, das schon seit den Auseinanderstzungen um die Startbahn West gefordert wird, ist fast schon die minimalste Forderung und größte Selbstverständlichkeit. Das entscheidende einhellige Votum aber aus unsere Versammlung ist, daß dieses Problem nur mit der Schließung der neuen Landebahn zu lösen ist.

  25. Prof. Horst Thomas sagt:

    Für die zustimmenden Kommentare, die ich als Ermutigung und Ansporn ansehe, weiter solche Briefe zu schreiben und gegen den unerträglichen Fluglärm mitten im Ballungsraum zu kämpfen, bedanke ich mich bei allen Schreibenden ganz herzlich. Bitte schreiben auch Sie Briefe: an alle in Regierung und Parlament, die durch ihr menschenverachtendes Handeln oder Abstimmen die Lärmkatastrophe über uns gebracht haben. Besonders aber sind diejenigen mit Post einzudecken, die jetzt auch noch gegen das Nachtflugverbot klagen und damit den Krieg gegen die eigene Bevölkerung noch eine Stufe brutaler führen wollen.

    Grüße aus Flörsheim
    Horst Thomas
    Prof. Dipl.-Ing. Architekt und Stadtplaner

  26. Mara Kreb, Offenbach sagt:

    Ich wohne in OF-Bürgel, habe die neue Flugroute direkt über dem Haus – die bereits länger bestehende parallel daneben. Wir haben Einwendungen gemacht lange vor dem Bau. Es wurde alles abgeschmettert.
    Ich bin sehr pessimistisch, dass sich jetzt nach Abholzung des „Bannwaldes“ und dem millionenschweren Bau der NW-Bahn noch irgendetwas ändern lässt. Wenn wenigstens das Nachtflugverbot bestehen bliebe! Es wäre wenigstens ein Päuslein für uns Lärmgebeutelten!

  27. Dr. Meyerhoff Marie-Claire sagt:

    Mama, hoffentlich ist bald 11 Uhr, ich kann nicht einschlafen

    unsere 14jährige Tochter schreibt morgen eine Lateinarbeit, es war ein sonniger Tag, Ostwind, Einschleußen sämtlicher Maschinen auf Landekorridor über unser Haus. Hat was von Luftangriff, Vertreibung. 75 Dezibel.
    Gewinn für die ganze Region, Frau Bundeskanzlerin?
    Das ist Sarkasmus.
    Nachts träumte ich von Überflugverbot, Lärmsteuer; Schmerzensgeld pro Flieger: vielleicht in 5er Dezibelschritten exponentiell ansteigend.

  28. Dr. Detlef Purschke sagt:

    Mitstreiter,

    Kauft FRAPORT Aktien und nehmt an der Hauptversammlung teil! Geht zum Flughafen und macht einen Schaufensterbummel! Immer schön vorsichtig im Schritttempo am Flugahafen fahren, dass bringt Entschleunigung.

    Macht was, alles andere ist schöne Prosa, juckt aber keinen in Hessen. Schliesslich geht es ja um Volkvermögen, da Hessen und die Lufthansa ja die größten Eigentümer sind. Selbst der Herr Minister Weimar sitzt dem Aufsichtsrat vor!! Ja wir sind auf dem schleichenden Weg zur „Diktatur“ und da hilft professurale Lyrik nur dem Gemüt, aber wir haben ja auch bald die Adventzeit!

    Wir sehen uns hoffentlich am Montag im Terminal 1!!! Aber bitte ganz langsam, denn in der Ruhe liegt die Kraft!

    dpu

    Macht was, kommt zur Montagsdemo

  29. Erich Heidkamp sagt:

    Es gibt nur eine Antwort aud diesem Wahnsinn: wir dürfen keine einzige Partei mehr wählen welche nicht unsere Anliegen untersützt: „Schließung der Landebahn und Nachtflugverbot für den gesamten Flughafen von 22h00 bis 06h00“ oder „Volle wirtschaftliche Kompensation aller Betroffenen in der gesamten Region“.
    Da sollte sich doch jeder Einzelne einmal für sich überlegen welche Partei er denn gewählt hat in den letzten Jahren und muss sich dann leider oft sicher eingestehen, dass er selber eben auch schuld ist wenn die Lage ist wie sie ist.
    Die Ansagen und Programme waren ja klar genug und wir wußten Alle wer bauen wollte und wer nicht. Und haben diese Nieten trotzdem gewählt. Das kann man ja ändern; Politiker haben mehr Angst vor dem Kreutzchen an der „verkehrten Stelle“ als man so denkt. Man muss nur beobachten wie sich die Grünen jetzt anbiedern, nachdem sie das böse Spiel erst ermöglicht haben.
    Wenn die Region und die Fraport so tolle Gewinne machen mit diesem Flughafen, dann muss es doch eine Kleinigkeit sein die Betroffenen „herauszukaufen“.
    Wenn aber der Gewinn der Fraport kleiner ist als der Schaden der Region dann macht das Ganze doch keinen Sinn. Oder haben die Politiker welche dem Ganzen zugestimmt haben einen Teil des Gewinns bekommen ohne selbst Nachteile zu haben, denn die wußten ja Bescheid. Wo wohnen die denn? Wer von denen hat denn noch rechtzeitig verkauft? Insiderwissen nennt man das. In Unternehmen und Banken strafbar!
    Wenn der Druck groß genug ist, dann nimmt die Fraport 800 000 000 € in die Hand um eine Fabrik zu verlegen (Ticona). Also die können zahlen, nur der Druck muss groß genug sein.
    Es soll sogar eine Oberbürgermeisterin geben die sich die nächsten Wahlen nicht mehr antun will. Kann mir schon vorstellen dass Einige aus „ihren Kreisen“ betroffen sind in Sachsenhausen und Niederrad und das macht sich sicher nicht gut auf den Cocktailparties der Damen; „Wie konntest Du nur, was hast Du uns angetan?“ Zum Einkaufen mal eben nach New York fliegen ist ja schön, aber dafür den ganzen Sommer nicht mehr im Garten oder auf der Terrasse sitzen können, das ist dann doch zuviel. Auch diese Kreise sind jetzt betroffen, bis Bad Soden und Königstein hinauf !
    Wir haben keine anderes Druckmittel: mein Kreutz bekommt nur noch die Partei welche meine Interessen unterstützt, egal welcher Couleur. Hoffe auf Nachahmer und viele Gleichgesinnte am Montag am Flughafen.

  30. Hans Treufeld sagt:

    Der Brief von Herrn Prof. Thomas spricht vielen Lärmgeplagten Rhein-Mainern aus dem Herzen. Er bringt entscheidendes auf dem Punkt. Es ist nichts unbekanntes, daß Boufier einigen Dreck am Stecken hat. Doch frage ich mich manchmal woher all die FDP und CDU Wähler in Hessen herkommen, die diese Schwarzgelbe Koalition erst Ermöglicht. Bin selbst aus BW. Wo waren den die großen Bürgerproteste wärend der Ausbauphase des Frankfurter Flughafen? Man hatte da kaum was gehört von. Jetzt, wo es nun zu Spät ist, ist das Geschrei groß.

    Also Leute: Hintern hoch auf die Strasse gehen und Protest kundgeben. Ignoranz ist der falsche Weg.

  31. Vera K. (Menschenopfer) sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Thomas,
    vielen Dank für diesen offenen Brief an Herrn Bouffier – er spricht mir aus der Seele!
    Während ich diese Zeilen schreiben, donnern im Minutentakt die Terrorflieger über unser Haus hinweg. Ich wohne auf der „anderen Seite“: in Niederrad!! Wir gehören seit dem 21. Oktober auch zu den „Sonderopfern“, befinden uns in der Roten Zone: von uns aus sind es nur noch 50 Sekunnden bis zum Aufsetzen auf die Landebahn, das Fahrwerk ist ausgefahren, der Lärm unerträglich, unfassbar laut und das trotz geschlossener Fenster und Rollläden! Wir werden ab jetzt Dreiviertel des Jahres beschallt und gequält, denn 70% des Jahres kommt der Wind aus Richtung Westen, das heißt, die Abflüge gehen nach Westen und die Landungen kommen aus dem Osten – also direkt über Niederrad hinweg – und das ab jetzt kontinuierlich!!
    Ich halte das nicht länger aus und werde sehr wahrscheinlich wegziehen. Das Gefühl der Ohnmacht und Fassungslosigkeit hat sich längst breit gemacht und ich werde diesen Lärm nicht länger ertragen können! Die Montagsdemos haben mir geholfen, meinem Ärger, meiner Wut und meiner Verzweiflung Ausdruck zu verleihen, aber es wird darauf hinauslaufen, dass ich Niederrad, Frankfurt und vielleicht auch Hessen den Rücken kehren werde! Ich bin in Niederrad geboren und aufgewachsen und ich wollte eigentlich auch hier bleiben, aber jetzt fühle ich mich wie ein gejagtes, gehetztes Stück Vieh, das vor den todbringenden Maschinen flüchten muss! Das es so weit kommen musste ist einfach unbegreiflich!! Ich bin entsetzt, erschüttert und einfach nur fassungslos!

  32. Jens Bickler sagt:

    Es ist gerade der 2. Weihnachtsfeiertag und man sollte eigentlich eine friedliche und besinnliche Zeit haben. Aber nachdem ich soeben den offenen Brief von Prof. Thomas gelesen habe treibt es meinen Adrenalinspiegel nach oben. Endlich nennt jemand mal die Dinge beim Namen. Ich bin in der „Initative gegen Fluglärm im Vordertaunus“ engagiert. Ich kann gut nachvollziehen, dass die Flörsheimer leiden wie die Hunde, wenn wir im Vordertaunus schon stark durch den Fluglärm gestört werden. Es muss jetzt Schluss sein mit den leisen Tönen und wir müssen die korrupte Politikerkaste um Bouffier, Posch und Konsorten (dass Koch jetzt Vorstandsvorsitzender von Bilfinger und Berger ist spricht Bände) mit klaren Worten entlarven. Diese Herren unterschätzen uns. Es macht mich wütend, mit welchen billigen Tricks sie die Bürger belügen und betrügen wollen. Sie meinen, mit ein wenig Eloquenz könnten sie die Wahrheit manipulieren. Die Montagsdemos sind gut geeignet, um den Protest angemesssen in den Fokus der Öffenltlichkeit zu rücken. Weiter so!

  33. Fluglärmgeschädigter / Sonderopfer aus Sachsenhausen sagt:

    Als Fluglärmgeschädigter und selbst als Fraport Aktionär werde ich nicht das Gefühl los, dass Fraport schlimmer ist als China. In China werden bei Großbauprojekten vor dem Bau Menschen umgesiedelt. Auch wenn das nicht gerade demokratisch vonstatten geht. Bei Fraport hingegen werden Großbauprojekte durchgepeitscht ohne überhaupt an Menschen zu denken.

    Kann mir Fraport bitte mal folgende Rechnung aufstellen ? Wie viele Arbeitsplätze werden durch die neue Bahn tatsächlich geschaffen und viele Arbeitsplätze werden neuerdings nur noch mit halber Kraft bedient, weil die Arbeitnehmer durch den Fraport Fluglärm systematisch kaputt gemacht werden ?
    Unter dem Strich kommen meiner Meinung nach dann auch keine neuen Arbeitsplätze mehr heraus, aber mein Arbeitgeber subventioniert somit indirekt Fraport. Das kann es wohl nicht sein!!!

  34. dr. m. krstic sagt:

    Ich wohne mit meiner Familie in Frankfurt am Lerchesberg. Die Zustände seit Eröffnung der Landebahn sind grausam. Unsere Kinder (2 und 4) haben Augenringe bekommen, weil sie nicht ausreichend Schlaf bekommen. Wir sind gereizt und nur noch verzweifelt. Dennoch werden wir den Kampf gegen diese Landebahn nicht aufgeben. Die politische Kaste hat nur vor einem Angst. Und das ist nicht wieder gewählt zu werden. Die wilden Aktionen des Herrn Boris Rhein beweisen es. Der 5 Punkte Plan ist, bis auf das Nachtflugverbot völlig unbrauchbar und aus der Hüfte geschossen um die OB Wahl noch gewinnen zu können. Das dürfte ihm nicht gelingen. Um rechtlich gegen die Bahn vorzugehen bzw. einen Anspruch auf Entschädigung einbringen zu können, sind wohl die Urteile der Verwaltungsrichter entscheidend. Obwohl auch ich denke, daß es zu keiner völlig neutralen Bewertung der Klagen kommen wird halte ich es für wichtig, daß so viele wie möglich ein persönliches Schreiben an die Richter des IV Senats in Leipzig verfasst. Am besten mit Bildern seiner Familie und mit einer persönlichen Note. Denn auch wenn es Technokraten sind oder von Herrn Koch geschickte – Unter den Roben sollten sich Menschen befinden. Auch ich habe schon mehrere E Mails an Herrn Bouffier oder Herrn Posch geschickt. Sie müßen täglich damit konfrontiert werden. Auch wenn die Staatsmedien begonnen haben gegen uns zu arbeiten, ist es wichtig so viel Aufmerksamkeit wie möglich zu erwirken. Denn auch die Richter lesen Zeitung und schauen Fern. Und am Wichtigsten ist die Teilnahme an den Montagsdemos. Das können sie nicht ignorieren.
    Bis zum 16. Januar im Flughafen. Wir werden erst ruhen, wenn die Bahn stillgelegt ist.

  35. Petra Bauer sagt:

    Vielen Dank an Herrn Prof. Thomas für den vorzüglich formulierten Brief an Herrn MP Bouffier, der leider ganz viele (traurige) Wahrheiten aufzeichnet.
    Ich selbst wohne zwar nicht in Frankfurt, sondern in Obertshausen, wo ich bereits seit Jahren unter Fluglärm leide. Die Eröffnung der neuen Landebahn stellt jedoch alles Vergangene in den Schatten: Dauerdröhnen ab 5.00 Uhr, die Flugzeuge sind zwar noch auf ca. 900 M, aber ich fühle mich wie im Krieg. Ganz entsetzlich! Ich empfinde dieses Leben und diesen Staat, der dergleichen zulässt, als Apokalypse.
    Es ist nicht nur der Lärm, sondern die Tatsache, weshalb wir ihn haben: weil in unserer Gesellschaft Menschen die Macht haben, die für Profit sämtliche moralische Grundsätze außer Acht lassen, die entweder gar kein Gewissen haben oder es erfolgreich unterdrücken.
    Es zerreißt mich momentan buchstäblich, dass die unsere gewählten „Vertreter“ sind (nicht von mir!), es heißt ja immer: ein Volk bekommt die Regierung, die es verdient.
    Was müssen wir für ein Volk sein? Diese Frage lastet ebenso schwer auf mir wie der tägliche Lärmterror.
    In meiner Nachbarschaft und Bekanntschaft höre ich oft, es sei doch noch nicht so schlimm und überhaupt wären da ja die vielen Arbeitsplätze bei Fraport.
    Die Propaganda hat gewirkt! Es gibt leider so viele Menschen, die überhaupt nicht über den Tellerrand schauen, deren Gedanken kreisen um Häuslein und Garten, vielleicht die Kinder, der Hund, das Auto und (nicht zu vergessen): der nächste Urlaub. Für viele Menschen sind das die Lebensthemen. Daran verzweifle ich wahrhaftig. Mir tut das Herz weh, wenn ich erlebe, wie Menschen und Natur zerstört werden.
    Ich tue, was ich kann. Bin montags am Flughafen, schreibe Leserbriefe, maile Politikern, bin Mitglied in einer BI. Für mich gibt es z. Z. fast nichts anderes.
    Aber ich kann nicht verstehen, weshalbt nicht noch mehr Menschen zu den Protestaktionen kommen; es müssten doch viel mehr sein.

    Beinahe habe ich es aufgegeben, bei den Nichtbetroffenen zu „missionieren“, aber bei den Betroffenen gebe ich die Hoffnung nicht auf: Flörsheimer, Hochheimer, Sachsenhäuser, Nieder-Räder, Mainzer, Offenbacher, Mühlheimer, Neu-Isenburger,
    und wen ich auch immer nicht genannt habe:

    Kommt zu den Demonstration am Frankfurter Flughafen und / oder zu anderen Aktionen! Wir dürfen auf keinen Fall nachlassen, sondern müssen ordentlich zulegen.
    Warum kommen nicht viel mehr junge Leute? Schüler, die in dem Krach gar nicht mehr aufmerksam sein können? Lehrer, Schulleiter, Erzieher, rufen Sie bitte die Eltern ihrer Schüler/Kinder auf, an den Demonstrationen teilzunehmen.
    Am besten die Kinder am 4. Februar 2012 (Großdemo) mitbringen.

    Wir dürfen nicht zulassen, dass ein solches Unrecht, eine derartige Menschenverachtung in einem sich demokratisch nennenden Staat, bestehen bleibt.
    Wählt keine Partei, die die Beendigung dieser täglichen Massenkörperverletzung nicht klar zu ihrem Ziel macht.
    Dieser Lärmterror muss aufhören. Ich gebe den Kampf noch nicht auf, aber ich weiß, dass wir nur zusammen etwas erreichen können, wenn wir ganz viele sind,
    denn wir sind das Volk und ohne uns sind die Politiker nichts!

    • Berliner sagt:

      Frau Bauer,

      bei diesem Thema geht es auch nicht nur um Mehrheiten, es geht vor allem um Enteignung und Körperverletzung., um Macht und um Geld.

      Unsere Gegner werden nicht so schnell klein bei geben, sie wohnen weit weg im Grünen, kassieren Steuer- und Flughafen-Geld und es sind Menschen ohne funktionierendes Gewissen und ohne Empathie.

      Es wird nur gegen diese Personen gehen, heißen sie nun Bouffier, Posch, Roth, TSG, Schulte, Wowereit, Koch oder sonstwie.

      Sie fragen, warum nicht längst 200000 Menschen demonstrieren? Leider funktionieren Menschen nicht so, das Bewusstsein, dass sich etwas ändern muss wird sich nur langsam bei den Menschen durchsetzen, wie lange? Monate, Jahre, wer weiß. Bei der Atomkraft hat es 30 Jahre und 2 Katastrophen gebraucht.

      Die Luftfahrtlobby ist fast genauso stark, aber wir die Betroffenen, sind im Gegensatz zu anderen Konflikten, persönlich geschädigt. Nachweisbar und Messbar wurden wir belogen und Gutachten gefälscht. Daher stehen die Chancen gut, dass es etwas schneller gehen wird.

      Es ist aber notwendig, dass Sie mit Ihren Mitstreitern das Thema nicht nur zum Flughafen tragen, sondern auch in die Städte. Verteilen Sie z.B. Flyer und was das wichtigste ist, sprechen Sie mit allen Menschen darüber, die Sie % der kennen.

      Wenn jeder Betroffene jedem seiner Bekannten von diesem Terror erzählt und um Unterstützung bei den nächsten Wahlen bittet, kann eine breite Öffentlichkeit geschaffen werden, die ein Exempel im Wahllokal statuieren wird. Gehen Sie offensiv auf die Menschen zu und sagen Sie deutlich wie groß die Belastung ist.

      98 % der Menschen da draußen sind gute Menschen, mit Empathie und gesunden Menschenverstand.

      Dieser Kampf hat gerade erst begonnen. Er wird Deutschlandweit geführt werden, auf der Strasse, im Flughafen, bei Wahlen und vor Gericht.

      Viele Menschen überall hoffen jetzt auf die Frankfurter, Offenbacher, Flörsheimer, Mainzer, etc. sie dürfen nicht aufgeben, noch nicht.

  36. T. Schneider sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Thomas,

    herzlichen Dank für diese treffenden und die Schuldigen aufdeckenden Worte! Es zeigt, welchen Stellenwert der „mündige“ Bürger in unserem System hat, mit welchem Kalkül unsere Politiker die Bürger benutzen und um was es tatsächlich geht!
    Gratulation zu diesem mutigen und bestens formulierten Brief an den Herrn MP, es bleibt uns allen zu wünschen dass dieser den Inhalt des Briefes sowohl liest als auch versteht, und dass er den Ernst der Lage für viele viele Menschen erkennt und etwas tut, was unseren Politikern fremd geworden ist: nämlich dass er HANDELT.
    Respekt Herr Professor!
    Mit freundlichen Grüssen,
    T. Schneider

  37. Tony Debest sagt:

    Sehr geehrter Herr Professor Thomas,
    ich danke Ihnen von Herzen für Ihren Brief. Sie bringen es auf den Punkt, und obwohl schon einige Monate alt immer noch sehr aktuell ist.

    Die Dimension des Problems ist allerdings viel größer als nur beim Flughafenausbau in Frankfurt: Wo steht in einem Betriebswirtschaftskurs, das Wort „Mensch“ geschrieben ? (außer unter dem Begriff „Arbeitskraft“, über die man nach belieben verfügen kann). Wie hoch wird an der Börse das Leben, Gesundheit und Wohl von Mensch und Umwelt (hier oder woanders in der Welt) bewertet ? – Die Antwort (mehr oder weniger deutlich) steht in jedem Betriebswirtschafts- oder Sales-/Marketing-Kurs. Profit und Gewinnmaximierung heißt die Devise.

  38. Prof. Dr. Rolf Schilling sagt:

    Sehr geehrter Herr Kollege Thomas,

    vielen Dank für Ihren klaren und wahrhaftigen Brief!

    Nicht nur aus eigener Betroffenheit kann ich Ihren Aussagen voll zustimmen. Dieser menschenverachtenden und teilweise zynischen Politik– da verhandeln z.B. heute ranghohe Beamte des Bundesverkehrsministeriums in Berlin mit Vertretern der Schweizer Regierung über eine Reduktion des Fluglärms im südwestdeutschen Raum infolge des Flughafens Zürich-Kloten– muss mit allen zur Verfügung stehenden Kräften enormer Widerstand geleistet werden. Wo, wann und wie haben sich z.B. diese bundesdeutschen Politiker in der Vergangenheit für die Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet eingesetzt? Wie der menschenverachtende auf vollständiger Ignoranz beruhende Umgang mit dem Ergebnis der Mediation ein Nachtflugverbot bei Ausbau des Frankfurter Flughafens einzuführen drastisch demontriert wäre es fatal zu glauben, dass die Politik zusammen mit dem Vorstand der Fraport AG für irgendeine ernsthafte und deutlich(!) spürbare Reduktion, der durch die Fraport AG erzeugte und seit Oktober dramatisch angestiegene akustische Umweltverschmutzung, tatsächlich eintreten wird. Neben der Intensivierung der Demonstrationen am Frankfurter Flughafen, sollten wir in unserem demokratischen System auch daran denken, dass die hessische Bevölkerung bei den nächsten Landtagswahlen — ähnlich zu Baden-Württemberg– auch ein eigenes Votum besitzt.

    Mit freundlichen Grüssen
    Rolf Schilling

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